Wohnkabine im Vergleich zum Wohnwagen

Eine Wohnkabine im Vergleich zum Wohnwagen

Die Wahl zwischen mehr Nutzen oder kleinerem Preis

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Testbericht Camp Flex

Profi-Test der Nordstar Camp Flex Kabine auf Nissan Navara.

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Darum kostet eine Wohnkabine im Vergleich zum Wohnwagen mehr.

1. Vergleichbare Größe als technische Herausforderung

Ein Wohnwagen mit 450 cm Aufbaulänge ruht auf einem ebenfalls ca. 450 cm langen Stahlfahrgestell. Ist der Wohnwagen ca. 220 cm breit, ist es das Stahlfahrgestell auch. Die ebenfalls ca. 450 cm lange und ca. 220 cm breite Nordstar Camp 8 S SE ruht auf einer Aufstandfläche von nur ca. 175 cm Länge und 108 cm breite auf dem Pickup. Diese ganze große Kabine muss sich durch die eigene Konstruktion auf so kleiner Fläche stabil abstellen lassen, ohne zusammenzufallen. Das ist die 1. Herausforderung.

2. Voller Komfort bei deutlich geringerem Gewicht

Die meisten für den Wohnwagenzugbetrieb eingesetzten PKW haben eine Anhängelast von ca. 1.500 kg bis 1.700 kg. Viele Fahrzeuge können sogar bis zu 3.500 kg an den Haken nehmen. Daher kann ein Wohnwagen ruhig etwas schwerer sein als eine Wohnkabine. Das macht die Herstellung des Wohnwagen im günstiger.

Die meisten Pickups können serienmäßig ca. 1.000 kg zuladen, nach einer technischen Auflastung kommen wir auf ca. 1.300 kg. Mehr ist wegen des auf 3.500 kg beschränkten Gesamtgewichts und durch das in der Regel hohe Leergewicht von ca. 2.200 kg bei den hiesigen Pickups nicht möglich.  Die Wohnkabine bietet aber bei 1.300 kg maximaler Zuladung des Basisfahrzeugs (Personen sind hiervon ebenfalls abzuziehen) trotzdem alles, was ein Wohnwagen auch hat. Daher muss in der Wohnkabine alles besonders leicht sein, und alles was leicht ist bedeutet in der Regel mehr Aufwand und höhere Kosten. Deswegen ist die Herstellung einer Wohnkabine im Vergleich zum Wohnwagen ebenfalls teurer.

3. Manufaktur bzw. Kleinserie versus industrielle Massenfertigung

Das Prinzip des durch Erhöhung der Einkaufsmenge fallenden Materialpreises ist uns alles seit Loriots „Papa ante Portas“ sicher ein bekanntes Prinzip. Die größte Herstellergruppe für Reisemobile und Wohnwagen in Deutschland machte 2017 laut Wikipedia über 1.400.000.000 Euro (1,4 Milliarden Euro) Umsatz. Dementsprechend werden vermutlich viele 10.000 Reisemobile und Wohnwagen dort gebaut, im Gegensatz zu ca. 170 Wohnkabinen, die im Herstellerwerk von Nordstar produziert werden. Daher sind die Einkaufspreise für Material und ähnliches nicht vergleichbar. Der eine Hersteller kauft 200 Kühlschränke, der andere über seine Gruppe 20.000 Kühlschrhänke. Ebenso geht es mit den Kosten für Messen, Werbung, Verwaltung und Produktion. Diese sind umgerechnet pro Stück ebenfalls keineswegs vergleichbar. Bei einer anderen großen Herstellergruppe der Caravaning-Branche in Deutschland waren es laut Wikipedia in 2017 über 590.000.000 Euro (590 Millionen Euro) Umsatz und über 20.000 gebaute Fahrzeuge. Massenware der größten deutschen Hersteller-Gruppen mit einer unglaublichen Einkaufsmacht preislich mit einer kleinen Serienfertigung knapp über Manufaktur-Niveau zu vergleichen ist einfach nicht möglich. Deswegen ist eine Wohnkabine im Vergleich zum Wohnwagen aus Massenfertigung ebenfalls hochpreisiger.

4. Die Sache mit dem Fahrgestell

„Der Wohnwagen hat ja sogar ein ganzes Fahrgestell und Räder und so.“ höre ich oft. Das stimmt. Aber schaut mal was ein einfacher gebremster Pritschenanhänger für einen Endverbraucher kostet. Meist kaum mehr als 1.500,– Euro. Rechne nun die Pritsche weg und mit einer Abnahmemenge von 10.000 Stück. Vermutlich kostet das ganze Fahrgestell dann je nach Ausführung nur noch 500,– bis 1.000,– Euro. Das Fahrgestell gibt ab er für wenig Geld viel Stabilität, die bei der Pickup Wohnkabine durch eine aufwändige Konstruktion teuer erkauft wird.

5. Drei Faktoren und deren enger Zusammenhang

Zurück zu Punkt 1 und Punkt 2. Diese beiden Punkte arbeiten immer gegeneinander, außer man lässt den Preis außer Augen. Entweder es verbessert sich Punkt 1 / die Stabilität, dadurch verschlechtert sich Punkt 2 / erhöht sich das Gewicht, oder es ist umgekehrt. Punkt 2 wird dann besser / die Kabine wird leichter, aber dadurch verschlechtert sich Punkt 1 / die Kabine wird instabiler. In beiden Fällen gleichermaßen eine Verbesserung herbeizuführen ist recht einfach, das ist aber in der Regel immer mit einer Steigerung des Preises durch den Einsatz besserer / bei gleicher Stabilität leichterer Materialien verbunden.

Warum kaufen trotzdem so viele begeisterte Kunden eine Wohnkabine und einen Pickup?

Aus den oben angeführten Gründen erfordert die Anschaffung einer Wohnkabine oft mehr Geld, als die eines Wohnwagen. Hinzu kommen noch die Umrüstkosten für den Pickup, die auch oft mehrere tausend Euro betragen.

ABER: Ein höheres Maß an Freiheit und Flexibilität bietet die Wohnkabine im Vergleich zum Wohnwagen:

  1. Die Wohnkabine kostet keine KFZ Steuer, muss nicht zum TÜV, braucht nie neue Reifen oder eine neue Bremse.
  2. Der Pickup mit Wohnkabine darf im LKW Überholverbot auf der Autobahn locker an der langen LKW Schlange links vorbeifahren, der Pickup-Fahrer mit Wohnwagen darf sich anstellen, da für Ihn als Gespannfahrer auch das LKW Überholverbot gilt.
  3. Die vielen 1.000 Reisemobilstellplätze in Deutschland sind meistens ausschließlich für Reisemobile zugelassen, ein Wohnwagengespann darf dort in der Regel nicht stehen. Ein Pickup mit Wohnkabine zählt hier als Reisemobil. Somit ist die Auswahl an Stellplätzen für Wohnkabinenfahrer ungleich größer als bei einem Wohnwagengespann.
  4. Die meisten Pickups haben Allradantrieb. So lassen sich mit einem Pickup mit Wohnkabine oft die traumhaft schönen Plätze erreichen, die ein Wohnwagengespannfahrer eben nicht erreichen kann.

Deswegen bin ich seit 15 Jahren ein begeisterter Fan des Wohnkabinenreisens.

Es grüßt Euer
Jens Heidrich